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Krieg macht betroffen

Nachrichten, Bilder und Videos von Kriegen können uns traurig machen, aufwühlen, verunsichern sowie große Angst oder Wut auslösen. Vielleicht auch alles zusammen. Wie du damit umgehen kannst, erfährst du hier...

Im Umgang mit belastenden Situationen gibt es nie den einen “richtigen” Weg. Was manchen gut tut, fühlt sich für andere vielleicht falsch an und umgekehrt. Jede*r darf für sich entscheiden, was ihr*ihm gerade hilft. Lass dir nicht einreden, dass du auf eine bestimmte Art und Weise reagieren oder handeln musst, um zu zeigen, dass dir der Krieg nicht egal ist. Auch wenn es manchmal bestimmt nicht leicht ist, Abstand davon zu nehmen: Versuche auf dich und dein Gefühl zu hören. Ein paar Ideen, die hilfreich sein können, haben wir für euch gesammelt:

Tipp

Darüber sprechen

Oft hilft es, mit den Sorgen nicht alleine zu bleiben und auszusprechen, was du fühlst. Deine Freund*innen und Familie fühlen wahrscheinlich ähnlich. Gemeinsam kann man Schlimmes oft besser aushalten. Alles, was du denkst und fühlst, ist in Ordnung. Die Situation kann viele verschiedene Gefühle auslösen und alle haben ein Recht da zu sein. Wenn du dich lieber anonym austauschen möchtest, sind wir rund um die Uhr unter 147 da! Schriftlich erreichst du uns im Chat, Montag bis Freitag immer von 18-20 Uhr. 
 
Ein Gefühl von Gemeinschaft kann stützend sein. Manchen hilft es zum Beispiel auch, in sozialen Netzwerken mit solidarischen Bildern oder Statusmeldungen ihr Mitgefühl auszudrücken. 

Tipp

Bewusst informieren

Konzentriere dich lieber auf wenige, aber dafür vertrauenswürdige Quellen. Gerade in sozialen Netzwerken wird oft viel geteilt, das gar nicht stimmt und Angst macht. Achte darauf, selbst nicht auch solche Infos zu verbreiten! 

Oft ist es gar nicht mehr so einfach zu verstehen, was gerade alles auf der Welt passiert und was das bedeuten kann. Die Nachrichtenredaktion von Zeit im Bild bereitet tagesaktuelle News unter anderem auf ihrem TikTok-Kanal gut recherchiert und verständlich auf. 

Viele Inhalte sind als Propaganda oder Fake News einzustufen. Propaganda ist ein politischer Manipulationsversuch, der das Ziel hat, Meinungen und Denkweisen anderer in eine bestimmte Richtung zu lenken. Dabei wird das Gezeigte oft nicht wahrheitsgemäß dargestellt. Mimikama, der Verein zur Aufklärung über Internetmissbrauch und der Faktencheckkanal BAIT (TikTok) klären über solche Fake News auf. Bevor du etwas weiterschickst oder teilst, solltest du Folgendes beachten: 

  • Teile nur Inhalte von offiziellen, vertrauenswürdigen Kanälen (z. B. große Nachrichtenportale oder vertrauenswürdige Zeitungen). 
  • Gerade, wenn der Inhalt besonders emotional gestaltet ist, checke die Quelle! 
  • Melde gewalthaltige Videos und Propaganda, wenn du sie erkennst im jeweiligen Netzwerk. 

Tipp

Pausen machen

Wenn dir die Nachrichten zu viel werden und du das Gefühl hast, dass du eine Pause von den Bildern und Informationen brauchst, dann nimm dir diese. Das heißt nicht, dass dir der Krieg, oder was mit den Menschen dort passiert, egal ist. Es heißt nur, dass du ein Mensch bist und die Geschehnisse nicht spurlos an dir vorbeigehen. Es ist wichtig, dass du trotzdem auf dich, deine Gefühle und deine Belastungsgrenzen achtest!  

Tipp

Auf Videos verzichten

Manche Inhalte sollen gezielt Angst verbreiten. Das gelingt auch mit dem Teilen solcher Videos. Mach nicht mit! Teile und verschicke Inhalte nicht weiter, die dich selbst schon aufwühlen. Sprich darüber, wie es dir damit geht. Es ist völlig normal, dass solche Bilder einen berühren. 

Tipp

Sicherheit schaffen

Das Bedürfnis nach Sicherheit ist in so einer Situation groß. Was uns Sicherheit vermittelt, kann ganz unterschiedlich sein. Vielen hilft es, in den Arm genommen zu werden oder das Haustier zu streicheln. Manchmal sind es auch Gerüche oder das Kuscheln in eine Decke. Schau, wo und wie du dieses Gefühl der Sicherheit in dir aktivieren kannst. 

Diese Übung kannst du ausprobieren: Setz dich auf den Boden, zieh die Knie an, leg die Arme um die Knie und lege dann die Arme auf die Knie. Auch so kannst du dir ein Gefühl von Sicherheit geben. 

Tipp

Innere Ruhe

Wenn um einen herum gerade alles turbulent ist, dann ist es wichtig, in sich drinnen für Ruhe zu sorgen. Denn das können wir für uns beeinflussen. Wie kann das gelingen? 

Wenn Gedanken kreisen, du nicht abschalten kannst, dann ist die einfachste Möglichkeit, einfach zu durchzuatmen. Klingt komisch, ist mit Atemübungen aber wirklich so. 

Atemübung - Atme ein, zähle dabei bis vier, halte den Atem an, zähle bis vier, atme aus, zähle dabei bis vier, halte den Atem wieder an, zähle dabei wieder bis vier und dann beginne wieder von vorne. Dadurch, dass du zählst, konzentriert sich dein Gehirn genau darauf und alles andere kann mehr und mehr in den Hintergrund gelenkt werden. 

Höre dir eine  Fantasiereise  an. Auf YouTube oder deinem Musik-Streaminganbieter findest du eine große Auswahl dazu. 

Leg dich gemütlich hin, hör' dir ruhige Musik an, leg dabei eine Hand auf dein Herz und eine Hand auf deinen Bauch. Atme bewusst und schau, dass du deinen Atem immer länger werden lässt und bis zum Bauch schickst, sodass sich dein Bauch beim Einatmen hebt und beim Ausatmen senkt. Versuche das mal zwei bis drei Lieder lang oder so lange, wie es für dich angenehm ist. 

Wenn du das Bedürfnis hast, diesen inneren Druck loszuwerden, kann auch Tanzen helfen. Mach dir deine Lieblingsmusik an und lass alles raus. 

Spazieren gehen und Malen bzw. Zeichnen haben auch einen entspannenden Effekt. 

So kannst du unterstützen 

  • Gerade, wenn man das Gefühl hat, selbst nichts für die Menschen vor Ort tun zu können, kann es helfen, gemeinsam mit anderen zu spenden. Es gibt viele Initiativen, die du unterstützen kannst, wenn du das möchtest und es für dich möglich ist. 
  • Biete Freund*innen an, euch auszutauschen, wenn das gerade für dich passt. 
  • Du kannst auch Freund*innen von uns erzählen, dass man sich rund um die Uhr und anonym bei uns aussprechen kann. 
  • Nimm dir Zeit für jüngere Geschwister. Es gibt auch Seiten, die Nachrichten über den Krieg für Kinder geeignet aufbereiten, wie zum Beispiel zdflogo auf Instagram.  

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